Chirurgische Expertise trifft digitale Echtzeit-Präzision
Erste roboterassistierte Knie-OP am St. Josef erfolgreich durchgeführt
Premiere im OP: Dr. med. Ahmad Jalal Rasuli, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie, hat gemeinsam mit seinem Team die ersten robotergestützten Knieoperationen am Krankenhaus St. Josef erfolgreich durchgeführt. In Schweinfurt ist der Einsatz dieses innovativen Verfahrens am Gesundheitsstanddort St. Josef einzigartig.
Mit dem Wechsel der orthopädischen Belegärzte vom Krankenhaus Markt Werneck an das Krankenhaus St. Josef ist auch eine neue Technologie in die Schweinfurter OP-Säle eingezogen: Das ROSA® Knee System der Firma Zimmer Biomet, ein robotergestützter Operationsassistent, der für eine präzisere Implantatpositionierung von Kniegelenkersatz eingesetzt wird. Chefarzt Dr. Ahmad Jalal Rasuli ist neben Dr. Michael Klug (Zertifizierter Kniechirurg) und dessen Praxiskollegen Dr. Florian Schneider einer der insgesamt drei speziell geschulten ROSA-Spezialisten am Krankenhaus St. Josef in Schweinfurt. Insgesamt sind hier zwei moderne OP-Roboter seit Anfang des Jahres im Einsatz.
Teamarbeit von Mensch und Maschine
Die Operation mit ROSA (Robotic Surgical Assistant) ist der herkömmlichen OP sehr ähnlich. „ROSA ist kein autonom operierender Roboter, sondern ein hochentwickeltes Assistenzsystem. Der Chirurg hat somit jederzeit die volle Kontrolle über den Eingriff“, erklärt Dr. Ahmad Jalal Rasuli. Ohne selbst zu sägen oder zu fräsen unterstützt das von Chirurgen für Chirurgen entwickelte System den Operateur während des Eingriffes mit präzisen Messdaten, die ihm bei der Ausrichtung und Positionierung der Knieprothese helfen. Die hochsensiblen Tracker registrieren dabei in Echtzeit selbst kleinste Veränderungen der Beinposition und empfehlen auf dieser Grundlage Schnittlinien und Winkel, die zur idealen Implantatplatzierung führen. „Da sich der Sitz und die Stabilität im Beuge- und Streckzustand noch vor Abschluss der Operation auf dem digitalen Display überprüfen lassen, kann ein personalisiertes Ergebnis mit optimaler Gelenkbeweglichkeit erzielt werden“, führt er weiter aus.
Letzter Ausweg bei Arthrose
Der häufigste Grund für einen Kniegelenkersatz ist fortgeschrittener Knorpelverschleiß (Arthrose). Hierbei nutzen sich die von Knorpelgewebe überzogenen Enden der Knochen im Kniegelenk durch Bewegung und Druck allmählich ab. Fehlt irgendwann die schützende Knorpelschicht, reiben beide Knochen aufeinander, was zu starken, oft dauerhaften Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Wenn konservative Therapien, wie beispielsweise Hyaluron-Injektionen, dann keine Wirkung mehr entfalten, kann die abgenutzte Gelenkoberfläche durch ein künstliches Kniegelenk ersetzt werden, um die Schmerzfreiheit und Mobilität wiederherzustellen. Neben dem robotergestützten Vollgelenkersatz soll ab Sommer 2026 auch die roboterassistierte Teilendoprothetik am Krankenhaus St. Josef in Schweinfurt möglich werden, bei der nur ein betroffener Teil z.B. mit einer Schlittenprothese ersetzt wird.
Mehr Individualität bei Standardprothesen
Der Erfolg einer Knieersatzoperation ist immer eng mit der Passform und Funktion des neuen Knieimplantats verbunden. Denn im Gegensatz zu Kugelgelenken an Schulter und Hüfte ist das Knie ein komplexes Dreh- und Scharniergelenk. „In den letzten Jahren hat in der Endoprothetik ein Umdenken stattgefunden“, erläutert der Facharzt für Chirurgie. „Das Idealziel einer geraden Beinachse hat dazu geführt, dass Menschen mit nicht optimaler Beinachse – wie etwa O- oder X-Beinen – nach der Kniegelenkersatzoperation oft Anpassungsschmerzen der Sehnen, Bänder und Muskeln hatten. Mit ROSA können wir nun so individuell wie möglich auf diese anatomischen Besonderheiten eingehen. Das reduziert auch das spätere Fremdkörpergefühl.“
Erfahrung trifft Innovation
Dr. Ahmad Jalal Rasuli ist seit Sommer 2025 Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie und bereits seit rund 20 Jahren mit dem Krankenhaus St. Josef verbunden. Nach seinem Medizinstudium an der Humboldt-Universität (Charité) in Berlin war er zunächst als Facharzt, später ab 2015 als Leitender Oberarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie in unserem Haus tätig. Erste Erfahrungen in der Anwendung von OP-Robotern hat er durch berufliche Stationen an Spezialkliniken für Endoprothetik gesammelt.
Die Ergebnisse durch den Einsatz von ROSA haben den erfahrenen Chirurgen überzeugt. „Unter Verwendung der ROSA Knee-Robotertechnologie können wir chirurgisch ein genaueres Ergebnis bei der Implantation einer Knieprothese erzielen“, freut er sich. „Selbstverständlich ist jeder Genesungsprozess individuell und hängt zu einem großen Teil auch von dem Mitwirken des Patienten ab, doch durch die verbesserte Passgenauigkeit wird eine schnellere volle Mobilisation erwartet – ein Vorteil für die Anschlussheilbehandlung in der Reha.“ Patienten, die aus Altersgründen eine sofortige Nachbehandlung benötigen, können unmittelbar nach dem operativen Eingriff in die hauseigene Abteilung für Akutgeriatrie im Krankenhaus St. Josef verlegt werden. Durch die nahtlose Weiterbehandlung in der Akut- und Alterstraumatologie sind die Chancen deutlich erhöht, dass der Weg zurück in ein schmerzfreies Leben bestmöglich gelingt.
Patientenvortrag zum Thema „Arthrose“ am 29.04.2026
Wer mehr über die moderne Knieoperation mit dem Assistenzroboter ROSA und die weiteren Behandlungsverfahren bei Gelenkverschleiß erfahren möchte, kann sich für den kostenlosen Patientenvortrag zum Thema „Arthrose – Neue Lebensqualität durch Gelenkersatz an Hüfte und Knie“ am Mittwoch, den 29.04.2026 um 16.30 Uhr in der Cafeteria im Krankenhaus St. Josef per E-Mail unter anmelden.
Zum Foto: Hightech im OP: Chefarzt Dr. Ahmad Jalal Rasuli (3.v.l.), Leitender Oberarzt Maher Almefalani (2.v.l.), OP-Leiterin Arianna Sauerwein (r.) und OP-Schwester Anke Heusinger haben ihre ersten Knieoperationen mit dem Roboter ROSA® (Robotic Surgical Assistant) erfolgreich durchgeführt.
Text und Foto OP: Melanie Heider
Foto Porträt: Alexandra Braulik



