Fachweiterbildung unter erschwerten Bedingungen

Hinter Elia Behr liegt eine harte Zeit. Der 26-Jährige arbeitet auf der Intensivstation des Krankenhauses St. Josef und hat in den vergangenen 24 Monaten berufsbegleitend seine Fachweiterbildung zum Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin absolviert. Erfolgreich. „Es war einer der schwersten Jahrgänge überhaupt“, blickt er zurück. Denn die vergangenen zwei Jahre waren von der Corona-Pandemie geprägt.

Für Elia Behr waren sie eine Zeit voller Herausforderungen - sowohl im Dienst auf der Intensivstation als auch bei der Fachweiterbildung. „Eigentlich hätten wir ihn hier gebraucht“, gibt Thomas Seufert, Fachbereichsleiter Anästhesie / Intensiv am Krankenhaus St. Josef und Chef von Elia Behr, offen zu. „Aber wir haben uns entschieden, das ziehen wir durch“, fügt er hinzu. Eine Entscheidung, die Seufert und sein Team nicht bereut haben. „Der Elia macht seine Arbeit sehr gut. Deshalb haben wir ihn auch auf diese Fortbildung geschickt.“ Und der junge Mann war trotz aller Bedenken hoch motiviert.

Rahmenbedingungen änderten sich kurzfristig

„Die theoretische Ausbildung fand überwiegend online statt“, berichtet der Intensivpfleger, wie die Fachweiterbildung verlaufen ist. Entsprechend groß war auch der Anteil dessen, was er alleine lernen musste, statt dies in einer Lerngruppe und unter Anleitung zu tun. Belastend war außerdem, dass sich wegen der Corona-Bestimmungen ständig die Rahmenbedingungen änderten. Da war kurzfristiges Reagieren gefragt. Dennoch hat Elia Behr das Lernpensum gut bewältigt und zu seinen Mitstreitern in der Fachweiterbildung einen guten Draht aufbauen können. „Wir waren eine coole Truppe.“

Besonders gut hat dem Intensivpfleger der praktische Teil seiner Ausbildung gefallen. Drei Monate davon hat er an der Uniklinik in Würzburg absolviert. „Dadurch habe ich nicht nur mein Wissen, sondern auch mein Können erweitert“, schätzt er diese Zeit ein. Schließlich habe er an der Uniklinik gesehen, welche Möglichkeiten es gibt, wie dort gearbeitet wird, welche Methoden, Maschinen, Geräte und Materialien dort in der Anästhesie und in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen. „Und er hat uns auch von dort etwas mitgebracht: eine Halterung der Tuben für Patienten in Bauchlage“, freut sich sein Chef Thomas Seufert. Diese wird seither regelmäßig auf der Intensivstation im Krankenhaus St. Josef verwendet.

Sicherer im Umgang mit Patienten und Geräten

Ob er diese Fachweiterbildung noch einmal machen würde, da ist sich Elia Behr heute nicht mehr so sicher. Schließlich ist er in der Zeit auch zum ersten Mal Papa geworden – eine weitere Herausforderung, die es für ihn zu meistern galt. Rückblickend ist der Intensivpfleger jedoch überzeugt, die Fachweiterbildung hat ihm neben dem Austausch und den neuen Erkenntnissen viel gebracht. „Ich gehe jetzt viel sicherer mit den Geräten, Medikamenten und Patienten um. Außerdem kann ich das, was ich gelernt habe, hier gut umsetzen. Ich trete ganz anders auf. Und, ich werde von Kollegen oft gefragt“, berichtet er voller Stolz.

Momentan genießt er einfach nur seinen Arbeitsalltag auf der Intensivstation, wo die Zahl der Corona-Patienten zum Glück deutlich abgenommen hat. Denn in dieser Abteilung des Krankenhauses zu arbeiten, war von Anfang an sein Ziel. „Schon während meiner Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, die ich von 2015 bis 2018 hier am Josefs absolvierte, habe ich gemerkt, dass ich etwas Action brauche“, erzählt er. Deshalb wollte er nach dem Examen entweder in die Zentrale Notaufnahme oder auf die Intensivstation. Schließlich ist es letztere geworden, wo er seit 2018 tätig ist.

Mehr Informationen zur Ausbildung an unserer Berufsfachschule für Pflege finden Sie hier: Generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau.

Das Foto zeigt Elia Behr auf der Intensivstation. Hier kontrolliert er die Beatmung eines Patienten. Dank seiner Fachweiterbildung ist ihm nun der Umgang mit den Geräten und Maschinen viel vertrauter. „Ich kann Schritte voraussehen und auch ad hoc handeln“, so seine Einschätzung.

 

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